Die Moviejunkies sehen alles! — Naja, fast alles... Während wir auf www.moviejunkies.de über aktuelle Filme schreiben, findet Ihr hier Beiträge, die keine aktuellen Film-Kritiken sind, sondern "etwas nebenbei". Manchmal juckt es, über etwas zu schreiben, was noch kommen wird. Oder auch über aktuelle News.

This isn't fear, this is anger. Serenity, 2005

Steven Soderbergh und Danny Boyle über den heutigen Film

Steven Soderbergh hielt kürzlich vor der San Francisco Film Society einen sehr interessanten Vortrag zum Zustand des heutigen (Hollywood-)Films. Der Regisseur fing erst mit einer allgemeinen Idee dessen an, was uns Filme bedeuten. Er verwies darauf, dass der Mensch Geschichten braucht. Kann ich nur unterschreiben, das ist auch der Grund, den ich immer angebe, warum ich Filme so gerne mag.
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Ray Harryhausen gestorben

Zugegeben: Allmählich komme ich in das Alter, in dem ich über meine Lenze jammere. Doch das Alter hat auch seine guten Seiten! Ich bin in der glücklichen Lage mit den Monstern von Ray Harryhausen groß geworden zu sein.

Ray Harryhausen Als kleiner Junge gab es die berühmten „Sonntagsnachmittagsfilme“ bei meinen Eltern. Das war eine Zeit, in der es nicht ein Überangebot an schlechtem Fernsehen gab. Wir hatten nur drei Sender. Und am Sonntag liefen eben auch „alte Klassiker“. Darunter die Filme, bei denen Ray Harryhausen mitgewirkt hat. Ich erinnere mich an Sindbads siebte Reise oder den berühmten Schwertkampf mit Skeletten in Jason und die Argonauten. Großartig! Kleine Figuren mit Drahtgestellinnenleben wurden durch Stop-Motion-Animation zum Leben erweckt. Im Beispiel von Jason und die Argonauten schufen Harryhausen und seine Leute ein Wunderwerk. Nicht irgendein großes – und plumpes – Monster watschelte über die Leinwand. Die Skelette kämpften mit den Menschen, sehr schnell und flüssig. Da saß jeder Schwerthieb. Der absolute Wahnsinn.

Harryhausens Monster waren unglaublich. Er schuf etwas ganz, ganz wichtiges für den Film: Wesen, die es nicht geben konnte, bewegten sich über die Silberleinwand. Harryhausen wusste das Publikum zu verzaubern. Der große Tüftler und Visionär ist 92-jährig von uns gegangen. Ich bedanke mich für die tollen Wesen, die er schuf und die wiederum andere zauberhafte Gestalten in anderen Filmen zum Leben erwecken sollten. Seine Technik war lange gefragt.

Harryhausen Skeletons

Der letzte Film, an dem er als Monster-Bändiger mitwirkte war Kampf der Titanen aus dem Jahre 1981. Aber auch darüber hinaus hatten seine Leute noch zu tun. Nur als kleine Anekdote für die, die es nicht wussten: Als Steven Spielberg Anfang der 1990er Jurassic Park umsetzen wollte, setzte er zunächst auf Stop-Motion. Bis ihm ILM den Vorschlag machte, die prähistorischen Brocken mit Computern umzusetzen. Optisch konnten die Mini-Dinosaurier nicht mit den Pixel-Monstern Schritt halten. Aber die Computeranimateure wussten zwar, wie man eine Textur anlegt, doch einen flüssigen Bewegungsablauf, den hatten sie nicht drauf. Dafür wurden dann Harryhausens Erben wieder eingestellt, um dem Nachwuchs zu zeigen, wie man Urzeitmonster richtig bewegt.

Also noch einmal: Danke an Ray Harryhausen für seine Pionierarbeit und die tollen Filmstunden, die ich als kleiner Junge seinetwegen hatte.

Die Monster machten zum vierten Mal mobil

Plakat zum 4. Monster machen mobil Das vierte Monster machen mobil war – aus unserer bescheidenen Sicht – erneut ein Erfolg. Na gut, ein Urteil können wir uns diesmal nicht wirklich erlauben. Vier Filme waren im Metropolis anvisiert, zwei wurden es dann doch nur (King Kong, Frankensteins Sohn und Das Grab des Dr. Calligula).

Als wir am zweiten Tag zum Gummi-King Kong kamen, erzählten Veranstalter Ralf und Andreas, dass am Vortag ein Rekord aufgestellt wurde: Die Sex-Space-Oper Flesh Gordon (Flesh mit E, da stammt der fliegende Penis her) zog wohl so viele Besucher an, wie nie zuvor. Für meinen Geschmack wäre der Film zu schräg gewesen. Deshalb war unser erster Film auf der ToDo-Liste auch der Streifen Astaron – Brut des Schreckens. Aber nach einer Arbeitswoche um Mitternacht ins Kino gehen? Sorry. Also dann erst der Einstieg am zweiten Tag.

Der japanische King Kong-Film, in dem der König der Affen gegen ein Roboter-Pendant kämpfen muss, war noch recht ordentlich besucht. Wir erwarteten Schund und den bekamen wir auch geboten. Wenn man in einer Gruppe – auch wenn man diese nicht kennt – so einen Müllfilm sieht, bringt er richtig Spaß!

Nach dem Film lief übrigens FBI jagt Phantom, zu dem bei uns der Trailer gezeigt wurde. Eigentlich hätte man sich den spontan auch noch geben müssen. Weil George Nader. Mehr braucht man da nicht zu sagen. Der Mann hat Nerven wie Drahtseile! Das wissen wir zumindest aus dem Trailer.

Am Sonnabend standen noch Die Mühlen der versteinerten Frauen und Frankensteins Kung-Fu-Monster auf dem Plan, aber Moviejunkie Thorsten wollte lieber Hochkultur erleben und war statt im Metropolis in der Oper um die Ecke. Irgendwas mit Faust …

Der Gag als wir am Sonntag zur Matinée antanzten: Vor jedem Film lief der liebevoll erstellte Mmm-Trailer. Am Ende sieht man eine Szene aus Raumpatrouille Orion. In einem Bildschirm des Raumschiffes erscheint das Plakat des gleich zu zeigenden Films. Durch einen kleinen Fehler war aber nicht das Plakat zu Das Grab des Dr. Calligula zu sehen, sondern das von Frankensteins Kung-Fu-Monster. Die Hardcore-Festivalgänger schrien in Schmerzen auf. Der Film muss richtig mies gewesen sein … So richtig, mächtig mies. Vielleicht doch gut, dass wir nicht da waren.

Also lediglich zwei von insgesamt neun Filmen gesehen. Eine magere Ausbeute. Hoffentlich schaffen wir es nächstes Jahr, mehr zu sehen. Wobei ich sagen muss, so viel war diesmal auch nicht dabei, was mich gereizt hätte. Gerne nächstes Jahr mehr aus der 50er-SW-Ära.

„Mal eben“ Dracula mit Christopher Lee sehen? Fehlanzeige

Wir bilden uns ein, in einer Welt zu leben, in der – zumindest in unseren Breitengraden – alle Informationen zustehen, dass wir auf alle Informationen Zugriff haben oder wenigstens haben sollten. Stimmt nicht ganz. Ein Film ist auch eine Art von Information. Es wird eine Geschichte erzählt. Doch es ist nicht immer so leicht, seine Finger an einen Film zu bekommen. Da gibt es Streifen, die man in- und auswendig kennt, aber den mal im Kino zu sehen, ist mit großen Hürden verbunden.

Dann sind da noch die Streifen, die man nicht kennt, weil sie „damals“, als es noch nicht so eine Flut von Filmen und Sendern gab, nicht heimlich im Fernsehen gesehen hat, wenn man eigentlich schon längst schlafen sollte. Blöd, wenn man so einen Film auch nicht online findet, nicht in einem Kino sehen kann und der einzige Weg der Kauf einer DVD/Blu-ray ist.

Im Laufe der Filmgeschichte sind ungezählte Filme entstanden. Darunter viel Müll, einige Perlen und einige Filme, die vielleicht nicht die besten ihrer Art sind, aber dennoch einen gewissen Wert für die Gesamtheit der Historie haben. Dazu zählen auch die Filme aus den 1950-1970ern, die seinerzeit in dem Londoner Studio Hammer-Films entstanden. Blutig und gewalttätig waren die Streifen und haben somit eine bestimmte Zielgruppe angesprochen. Aus heutiger Sicht sind die Streifen vermutlich alle gar nicht mehr so blutig, da hat die Traummaschinerie schon ganz andere Albträume hervorgebracht. Vielleicht wurden solche Filme früher auch gar nicht im Fernsehen gezeigt. Wie kommt man an solche Filme?

Kürzlich kam mir der Gedanke, Dracula (1958) mit Christopher Lee zu sehen. Doch ist das verdammt schwer. Wie oben schon erwähnt, läuft so eine Produktion nicht im Kino, nicht im Fernsehen und da der Film auch noch nicht alt genug ist, wird man ihn ebenfalls nicht auf einer Videoplattform im Netz finden. Also was bleibt? Der Gang zum Onlineversand.

Cover der Dracula-DVD in einem Online-Shop
„Dracula“ mit Christopher Lee als DVD? Ganz schön teuer. Bleibt nur zu hoffen, dass es eine Neuauflage der DVD gibt.

Bei einem großen Versand nach Dracula und Hammer gesucht, schon wird man fündig. Aber – Oh Weh! – was sind das denn für Preise? So ein alter Schinken und dann kostet der beinahe 35 Euro? Es gibt noch eine Hammer-Kollektion mit drei DVDs drin, darunter auch „Dracula“, aber die Box soll beinahe 80 Euro kosten.

Mal eben an die „Filminformation“ Dracula heranzukommen ist also nicht drin. Hat sich was mit Wir kommen jederzeit an jede Information heran

Hammer hat einen YouTube-Channel, auf dem einige wenige Filme in voller Länge zu sehen sind. Natürlich nicht Dracula, was verständlich ist, wenn man noch so ein dickes Geld mit diesem alten Film machen kann. Bleibt also zu hoffen, dass Hammer-Films irgendwann mal eine neue Auflage mit dem Film fährt. Hey, ich würde ihn mir auch im Kino anschauen wollen!

Letzte Sneaks im Streit’s – So war es

Bühne und Vorhang des Streits Kinos
Abschied im Streit’s. Zum letzten Mal auf der Bühne (v.l.n.r.): Kasi, Emma, Jim, Roughale und Jana.

Nun ist es geschehen. Im Streit’s lief nach 256 Mal die letzte englisch-sprachige Sneak. Die treue Zuschauerschaft lief schon Monate zuvor Sturm. Es half nichts. Am 4. März wurde der Sneak-Vorhang final zugezogen. Doch bevor das volle Haus die letzte Vorstellung sehen konnte, galt es – wie immer – einige Rituale zu absolvieren. Mit einigen kleinen Abänderungen …

Normalerweise wurde vor einer Sneaks im Streit’s eine Reihe von Trailern gezeigt. Früher gab es alte und neue Trailer im Wechsel zu sehen, irgendwann wurden alle neuen am Stück vorgeführt, gefolgt von allen alten. Die alten Trailer gaben dabei stets einen Hinweis auf den Film, der in der Sneaks gezeigt werden würde. Entweder trat in den alten Trailer ein Schauspieler auf, der dann auch im Hauptfilm zu sehen war, oder der Regisseur war der selbe. Die letzte Sneaks war etwas Besonderes. Zuerst liefen THX- und dts-Soundtrailer. Erst drei, dann mehr. Schnell wurde klar: Die Scherzkekse vom Streit’s wollten einfach noch einmal alle möglichen, noch zur Verfügung stehenden Sound-Trailer zeigen. Nach dem – gefühlten – 15. Trailer wird es dann auch wieder lustig.

Die große Besonderheit kam dann auf die Sneak-hungrigen Filmfreunde zu, als die Film-Trailer anliefen. Der erste Trailer war für den sehr seltsamen Film Prostitution International. Große WTF-Gesichter bei den Zuschauern. Uns wurde zudem noch Bambi, Spiel mir das Lied vom Tod, Der Exorzist und schließlich E.T. gezeigt. Wer hätte da sagen können, wo die Gemeinsamkeiten zwischen diesen Filmen besteht? Wer?

Der Abschied

Nach den Trailern ging das Licht an und „die üblichen Verdächtigen“ traten auf die Bühne. Nur Simon fehlte. Nach einer kleinen Einführungsrede von Jim Lancy, kam auch Kasi auf die Bühne vor dem Vorhang. Er erklärte dem Publikum wie der ungewöhnliche Trailer-Mix zustande kam: Alle anderen Trailer wurden bereits zuvor an das Filmmuseum Hamburg abgegeben (Wusste nicht, dass wir so was haben …). Was man uns zeigte, war schlicht und ergreifend „der Rest“, sozusagen all die Filmtrailer, die niemand wollte und noch auf dem Fußboden lagen. Also gab es keinen Hinweis auf den folgenden Hauptfilm.

Die auf freiwilliger Basis Arbeitenden verabschiedeten sich brav und bekamen auch zurecht Applaus. Eine Bühne wird es im Passage, in die die Sneak zunächst ziehen wird, nicht geben. Also war es vorerst das letzte Mal, dass die Moderatoren auf der Bühne stehen konnten. Es gab die übliche Auktion und auch die Süßigkeiten schmeißende Jana fand noch einmal Erwähnung. Ebenso – und das ist wichtig – wurden die Filmvorführer Jens und Frank-Oliver gewürdigt.

Die letzte Sneak war also zunächst sehr skurril, dann klassisch. Abschließend wurde es schon ein wenig traurig. Die Sneaks, die Streit’s-Sneak muss im Streit’s-Haus sein – doch das ist nun Geschichte.

Der letzte Film im Streit’s, der letzte Überraschungsfilm, war dann übrigens Hitchcock mit Anthony Hopkins und Helen Mirren in den Hauptrollen. Ein gelungener Abschluss für eine Gesellschaft, die Filme gerne mag. Immerhin ist Hitchcock einer der wichtigsten Regisseure und hat und viele wunderbare Filme geschenkt. So, wie das Streit’s uns – mal mehr, mal weniger – schöne Sneaksstunden beschert hat.

Die beliebtesten Sneaks – laut Publikumsbewertung – waren in den fünf Jahren, die die Sneak im Streit’s lief folgende Streifen: The Dark Knight, Inception, The Hangover, Gran Torino und Hysteria.

Sneak in der Passage

Wie jeder weiß, muss man für die Sneaks eine Woche im voraus die Karten besorgen. Zum Glück wusste ich, dass am 11. März die Sneaks erstmals im Passage gezeigt wird. Was mache ich also? Ich bin brav am Montag gegen 14.30h schnell zum Passage gefahren, um die erste Passage-Sneak mitzuerleben. Kurz nach dem Betreten des Passage steuerte ich zielstrebig auf die junge Dame hinter dem Schalter zu. Ich fragte nach Karten für die Sneak – und die rehäugige Angestellte schüttelte nur traurig den Kopf, die Sneak-Karten würden erst ab 18h verkauft. Was soll das denn bitte? Einen schlechteren Start für die Sneak kann es kaum geben. Kartenverkaufverweigerung …

Kurzfilm R’ha als Vorlage für die große Leinwand?

Es gibt viel zu wenig SciFi-Filme im Kino! So, das musste mal raus. Außerdem – das wurde mir heute erst wieder von einem Kollegen bestätigt – gibt es kaum etwas Neues im Kino. Immer die selben Kisten. Das liegt daran, dass die Studios nicht mutig sind. Heute muss jeder investierte Dollar auch wieder mit Gewinn eingespielt werden. Da bleibt keine Zeit für Experimente. Schade. Und SciFi ist eh so ein Wackelkandidat. Zumal, wie es heißt, das Genre des Sciencefiction ein sehr kostenintensives ist.

Um so überraschender, wenn dann doch von Zeit zu Zeit ein Film entsteht, von dem man nie gedacht hätte, dass daraus etwas wird. Wer wusste, dass der Erfolgsfilm District 9 auf einem kleinen Independent-Kurzfilm basierte? Die Vorlage hieß Alive in Joburg. Herausgekommen ist ein von vielen hoch gelobter Streifen, der im Endeffekt 115,5 Mio Dollar eingespielt hat (bei 30 Mio Dollar Produktionskosten).

Ein weiterer Kurzfilm könnte es auf die große Leinwand schaffen. Der deutsche Student Kaleb Lechowski hat im Rahmen seines Studiums an der Berliner Mediadesign Hochschule den Kurzfilm R’ha geschaffen. Das Ganze schaut so cool aus, dass man den 22-Jährigen nun nach Hollywood eingeladen hat. Wollen wir doch mal sehen, was dabei herauskommt. Hier schon mal der computeranimierte Film R’ha, der sich dadurch auszeichnet, dass er keine Menschen als Protagonisten hat. Eine Alien-Rasse liegt im Krieg mit Maschinen, die aufbegehrt haben. Das riecht ein wenig nach Matrix? Ja. Oder Skynet von Terminator? Ebenfalls ja. Ist aber dennoch ganz ansehnlich:

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