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Heutzutage nörgeln die Ehefrauen nicht mehr, sie diskutieren. Das Fenster zum Hof, 1954

Nach dem Tod von Philip Seymour Hoffman

Philip Seymour Hoffman ist tot. Einer meiner ersten Gedanken war Was wird aus Hunger Games?. Ja, mir wurde schon vorgeworfen, das sei zynisch, aber mal ehrlich: Wer sich ein wenig mit Filmen abgibt und weiß, dass Hoffmans Figur Plutarch Heavensbee eine wichtige Rolle spielt und zudem auch noch weiß, dass die Dreharbeiten noch nicht abgeschlossen sind – der muss einfach auf diesen Gedanken kommen. Ich denke, ich bin da nicht alleine.

Das Studio gab dann auch auch recht zügig bekannt, dass der an einer Überdosis gestorbene Schauspieler nur noch sieben Tage am zweiten Teil (des dritten Teils) zu drehen gehabt hätte. Man sei zuversichtlich, dass man das alles irgendwie hinbekommt.

Schauen wir uns Ridley Scotts Gladiator an. Damals war Oliver Reed, der den Proximo spielte, während der Dreharbeiten an einem Herzinfarkt verstorben. Scott hatte den Luxus, dass er sich nicht an eine Buchvorlage halten musste, wie es Francis Lawrence bei Hunger Games: Mockingjay machen muss. Scott hatte auch den Vorteil, dass er von Reed noch ungenutztes Material rumliegen hatte. Mr. England, wie Reed auch genannt wurde, hielt während einer Szene einen ungeplanten Monolog, den Scott dann später benutzte, als er Russell Crowes Maximus zur Flucht verhalf. Ein wenig Dunkelheit rein, fertig war der Trick. Dann einen Mann mit Umhang von hinten gezeigt und die Illusion war perfekt.

Vielleicht machen sie das auch mit Hoffmans Figur so. Ich kenne die Bücher nicht, aber Plutarch Heavensbee – der in Die Tribute von Panem – Catching Fire eingeführt wurde – soll wohl noch eine emotionale Szene mit Katniss (Jennifer Lawrence) haben, zumal er eine Art Vaterfigur für die junge Heldin wurde. Könnte man also auch so machen. Plutarch Heavensbee von hinten, wie er Katniss umarmt. Ein Stimmimitator vielleicht dazu?

Eventuell könnte man auch auf CGI zurückgreifen. Bei Gladiator war die Technik noch nicht so ausgereift, als dass man einen Menschen hätte „nachbauen“ können. Aber heute ist das schon der Fall. Schauen wir uns Tron: Legacy an, dann sehen wir nicht nur den 60-jährigen Jeff Bridges, sondern auch eine viel jüngere Version. Hier hatte man allerdings den Vorteil, dass man Jeff Bridges noch als Vorlage hatte. Der trug einen Helm mit Kameras, die sein mit Punkten beklebtes Gesicht scannten. So entstand die jüngere Version von Bridges. Im Fall Hoffman müsste man eben einen anderen Schauspieler nehmen, der an das Geschick des Oscar-Gewinners Hoffman herankommt. Dann pinselt man mit Pixeln drüber. Gladiator ist immerhin auch schon drei Jahre alt. Da ist eine Menge in Sachen CGI passiert. Behaupte ich einfach einmal.

Also keine Angst, wenn das Studio behauptet, sie bekämen das schon hin, dann kann man dem ruhig Glauben schenken. Schade bleibt es dennoch um Philip Seymour Hoffman.

(Manchmal frage ich mich schon, wieso Leute ins Showbusiness gehen, wenn es zu viel für sie ist. Ich behaupte, der Gebrauch von Drogen ist eine Flucht. Wovor auch immer …)

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