Die Moviejunkies sehen alles! — Naja, fast alles... Während wir auf www.moviejunkies.de über aktuelle Filme schreiben, findet Ihr hier Beiträge, die keine aktuellen Film-Kritiken sind, sondern "etwas nebenbei". Manchmal juckt es, über etwas zu schreiben, was noch kommen wird. Oder auch über aktuelle News.

Wenn General Motors bis zu zehnmal am Tag pinkeln muss, dann muss bald ein ganzes Land Wasser lassen. Das Fenster zum Hof, 1954

Anne Hathaway hat einen Traum im Les Miserables-Teaser

Na, ich denke doch einmal, dass die junge Dame nicht nur im Teaser Trailer zu Les Misérables einen Traum hat. Wir träumen von einer gelungenen Musical-Umsetzung des Stoffes von Victor Hugos gleichnamigen Romans. Claude-Michel Schönberg schrieb die Musik zu diesem Musical, das nicht erst für die Silberleinwand existiert.

Auch wenn Hamburg — neben vielen anderen Dingen — Musicals zu bieten hat, war ich doch noch nie in einem dieser Musiktheaterstücke. Les Misérables hingegen habe ich gesehen: In London. Zweimal. Die Musik ist toll und ergreifend. Ja, muss mal gesagt werden. Ich weiß zwar nicht mehr, wer die Sänger damals waren, aber sie haben alle ihren Job verdammt gut gemacht! Warum sollte ich sonst ein zweites Mal in ein und das selbe Musical gehen?

In dieser Film-Adaption von Oscar-Preisträger Tom Hooper (The King’s Speech) sehen wir Hugh Jackman als den traurigen Jean Valjean, Russell Crowe als seinen bösen Gegenspieler Inspektor Javert und Anne Hathaway als Fantine. Amanda Seyfried spielt Cosette, die uneheliche Tochter Fantines, die von Jean Valjean aufgenommen wird. Außerdem sehen wir Sacha Baron Cohen und Helena Bonham Carter als das Ehepaar Thénardier, das Cosette zuvor ausbeutet ohne Ende. Cohen und Bonham Carter sah man zuletzt zusammen in Sweeney Todd — wenn auch nicht als Ehepaar.

Hugh Jackman als Geknechteten zu sehen, könnte interessant sein. Russel Crowe als von Hass getriebener Polizist — kann ich mir jetzt schon gut vorstellen. Wermutstropfen ist in meinen Augen Amanda Seyfried, die ich einfach auf den Tod nicht ausstehen kann mit ihren riesigen Glubschaugen.

Regisseur Tom Hooper ließ alle Schauspieler selber und live singen. Also keine Studio-Aufnahmen und erst recht keine Sänger, die die Stücke eingespielt haben und die Schauspieler brauchen nur noch die Lippen zu bewegen. Wir hören in diesem Teaser Trailer also tatsächlich Miss Hathaway. — Nicht so gut, wie die Sänger in London. Das kann ich schon mal sagen. Aber vielleicht, wenn man den Streifen auf großer Leinwand mit dicken Boxen sieht und hört, vielleicht wird man dann versöhnlicher gestimmt. Und hoffen wir, dass Jackman und Crowe gute Gesangsstimmen haben …

Trailer zu Tim Buttons (zweitem) Frankenweenie

Tim Burton ist bekannt für seine skurrilen Welten. Das hat er in diversen Filmen bewiesen, u.a. in Frankenweenie. Und nun auch in Frankenweenie. Hö? 1984 drehte Burton die Geschichte von dem kleinen Jungen, der seinen geliebten Hund verloren hat und ihn in bester Dr. Frankenstein-Manier wieder zum Leben erweckt. Menschen bekommen Angst vor dem Untier, jagen es – ganz wie in der Vorlage Frankenstein.

Warum Burton nun seine Geschichte noch einmal erzählt — diesmal als Stop-Motion-Film mit Figuren à la Corpse Bride — bleibt mir ein Rätsel. Der Film wird weiterhin eine Kurzgeschichte sein, viel Neues wird vermutlich nicht drin sein. Mit der Ausnahme, dass man mit Puppen natürlich noch fantastischere Dinge zeigen kann. Aber warum? Wo soll man so einen Film zeigen? Macht er das zum Spaß?

Vermutlich wird der neue Frankenweenie als Vorfilm zu Dark Shadows laufen, bei dem Burton ebenfalls Regie führt.

Da Frankenweenie diesmal von Disney kommt, muss der natürlich (!) in fucking 3D sein. 🙁

Abraham Lincolns Nebenjob als Vampirjäger

Abraham Lincoln, das war der 16. US-Präsident, der mit dem komisch hohen Hut. Auf Bildern wirkt er stets grimmig und etwas unheimlich. Vielleicht waren es diese Bilder, die Seth Grahame-Smith dazu brachten, die Geschichte um den Präsidenten etwas umzuschreiben. Wer schon so grimmig dreinschaut, der hat bestimmt auch ein dunkles Geheimnis. In diesem Fall: Abraham Lincoln war ein Vampir-Jäger. Also mal ein Präsident, der wirklich für seine Bürger da war, der sie vor dem Bösen beschützt hat und sich auch schon mal (gehörig) die Hände dabei schmutzig machte.

Timur Bekmambetov (u.a. Wächter der Nacht) führte bei Abraham Lincoln: Vampire Hunter Regie, Tim Burton produzierte diesen Fantasy-Horror-Spaß. Die Idee ist so durchgeknallt, dass es eigentlich wieder lustig sein müsste.

Vor der Kamera stehen unter anderem Mary Elizabeth Winstead, Dominic Cooper, Anthony Mackie, Alan Tudyk, Rufus Sewell und schließlich auch Benjamin Walker, der den Axt-schwingenden Präsidenten spielt.

Abraham Lincoln: Vampire Hunter soll in Deutschland am 12. Juli in die Kinos kommen.

Einziger Wermutstropfen: Fucking 3D. Schaut man sich den Trailer an, erkennt man sofort, dass das mal wieder ein 3D-Film ist. Die Bewegungen sind verräterisch – und so langweilig, sowie unnütz.

Also wollen wir mal hoffen, dass uns 20th Century Fox den Film auch in 2D-Kino gibt, damit man ihn sich anschauen kann.

Iron Sky – Nazis leben hinterm Mond

Die Frage, ob man sich über Hitler, Nazis und Co. lustig machen darf, die hatten wir schon bei Mein Führer. Die Antwort damals wie heute: Man muss! (Walter Moers)

Das dachten sich auch die Finnen. Das Projekt ist schon einige Jahre alt, nun ist es komplett: Iron Sky kommt tatsächlich in die Kinos.

Bei Iron Sky handelt es sich laut Produktionsfirma um eine SciFi-Comedy. 2018 greifen die Nazis an, um noch einmal einen Versuch zu starten, die Weltherrschaft zu erlangen. Viele Jahre haben sie hinter dem Mond gelebt — okay, das tun sie noch immer. Genauer: Die Nazis haben auf der dunklen Seite des Mondes gelebt und eine Armee aus fliegenden Untertassen aufgebaut, mit der sich die Erde angreifen.

Klingt abgefuckt, durchgeknallt und blöd? Kann nicht blöder sein als Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels *argh*. Immerhin sind sich die Finnen ihrer „Silliness“ bewusst und legen es nicht darauf an, cool zu sein. Motherfucking Space-Nazis: Hallo?! Das kann nur wild und unfreiwillig/bewusst komisch werden.

Iron Sky wird am 11 Februar im Friedrichstadt Palast in Berlin während der Berlinale uraufgeführt (im Rahmen der Panorama-Sektion). Los geht’s um 18 Uhr. Ab 5. April soll der Streifen dann auch in deutschen Kinos zu sehen sein. Wobei ich mal gespannt bin, welches Kino den Film ins Programm aufnehmen wird …

Regie bei Iron Sky hat Timo Vuorensola geführt, der auch schon mit Star Wreck: In the Pirkinning, eine Parodie auf Star Treck und Babylon 5, Erfahrungen gesammelt hat. Als Schauspieler wirken mit: Christopher Kirby, Julia Dietze, Götz Otto, Peta Sergeant, Udo Kier und Stephanie Paul. Um den Film zu realisieren, haben die Macher um Spenden gebeten. Der Film hat 7,5 Mio € gekostet, 6,3 Mio stammen aus den üblichen Finanzierungsquellen, 900.000 € sollten per Spenden finanziert werden. Schließlich kamen 616.270 € für die finnisch-deutsch-australische Co-Produktion zusammen.

In Finnland scheint man viel Langeweile zu haben. Und schlechte Drogen …

Kerry Conrads Demo zu John Carter

Schon mal etwas von Edgar Rice Burroughs gehört? Der gute Mann war ein Wegbereiter für moderne SciFi-Geschichten. Er hat Tarzan geschrieben. Davor schrieb er jedoch die Barsoom-Geschichten um John Carter. Erster Roman war „Die Prinzessin vom Mars“.

Die Geschichte von dem auf einem fremden Planeten gestrandeten Mann, der dort zum Helden wird, die kommt einem doch bekannt vor. Burroughs schrieb seine Mars-Geschichte 1917. Flash Gordon, aus der Feder von Alex Raymond, kam knappe 20 Jahre später heraus. 1980 wurde dieser (erneut) von Mike Hodges verfilmt. Wir erinnern uns eigentlich bei dem Film nur an den Soundtrack von Queen … 😉

Oder James Camerons Avatar — auch nur ein Abklatsch von Burroughs Mars-Geschichten. Wieso wurde dann noch nie diese Geschichte verfilmt?

John Carter – Mehrere Anläufe

Seit 1931 haben sich diverse Filmemacher an dem Stoff versucht. Bob Clampett (die alten Looney Tunes-Cartoons haben wir ihm zu verdanken), der legendäre Ray Harryhausen, Terminator 2– und Terminator 3-Produzent Mario Kassar sowie Predator-Regisseur John McTiernan hatten ihre Finger schon an der Geschichte. Ebenso Robert Rodriguez (Sin City) und Iron Man-Regisseur Jon Favreau. Doch bisher ist es nie etwas geworden. Bis der zweifache Oscar-Gewinner Andrew Stanton den Zuschlag bekommen hat. Stanton hat uns Findet Nemo und WALL-E beschert.

Anfang März kommt nun sein Film John Carter in die deutschen Kinos.

Bevor Paramount Stanton die Geschichte anvertraute, haben sie jedoch andere Regisseure an dem Projekt schnüffeln lassen. So durfte sich auch Sky Captain-Regisseur Kerry Conrad an Burroughs Figur wagen. Sein Konzeptdesign hat dann interessanterweise ziemlich viel Ähnlichkeit mit dem, womit Stanton aufwartet.

Conrads Material schaute so aus:

Wohingegen Stantons John Carter so aussehen wird:

Bei Stantons John Carter habe ich etwas Angst. Was ich sehe, erinnert mich etwas an die neuen, verhunzten Star Wars-Filme. Ich sehe eine Arena, ein böses Biest wird mit Hilfe einer Kette besiegt, die Mars-Bewohner haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem verhassten Jar Jar Binks und wenn der Held John Carter mit blauem Blut besudelt dasteht, muss ich unweigerlich an den Schlümpfe-im-Weltall-Film Avatar denken. Also so ein bisschen Befürchtung habe ich schon …

Erster Trailer zu Peter Jacksons „Der Hobbit“

Frühmorgendlicher Twitter-Stream-Check ergab: Der erste Der Hobbit-Trailer ist da! Sofort angeschaut. Muss man ja als Moviejunkie. Um es gleich vorwegzunehmen: Ich war doch irgendwie enttäuscht. Ein Kollege schrieb gleich, er hätte eine Gänsehaut bekommen, als die Zwerge anfingen zu singen. Diese Gefühlsregung wollte bei mir nicht aufkommen.

Schon die Vorstellung aller Zwerge war — da darf ich einen anderen Kollegen zitieren — albern. Das liegt einfach an der Tatsache, dass die Namen alle gleich klingen und dazu noch etwas Slapstick gezeigt wird. Schnell wurde mir wieder bewusst, dass Der Hobbit eigentlich ein Kinderbuch ist. Wir sind nur durch die Herr der Ringe-Filme und -Romane „verwöhnt“.

Na schön, hat Peter Jackson also ein Kinderbuch verfilmt. Vermutlich wird er es etwas epischer und breiter und düsterer anlegen, als es das Buch selber ist. Die Klett-Cotta-Ausgabe hat gerade mal 310 Seiten; Jackson macht einen Zweiteiler draus. Da wird also schon etwas „mehr“ sein.

Was mich störte an dem Trailer? Er wirkte zu geleckt. Man sieht ihm zu sehr an, dass eine Menge vor dem Greenscreen gemacht wurde. Und da war noch etwas … Bei den Kamerafahrten um die Objekte herum fiel es mir dann ein: Das ist doch alles nur wegen 3D. Und siehe da. Natürlich ist auch Der Hobbit in 3D gedreht. Weil es ja nichts mehr gibt, was ohne ist … Darf ich also Ende 2012 schauen, wie ich den Film in der Kindervorstellung — und damit in 2D — zu sehen bekomme. Das wird ganz schön schwer.

Vielleicht geht ja aber auch vorher die Welt unter, wie prophezeit. Dann muss ich mir um 3D keine Gedanken mehr machen.

Eigentlich hatte ich mich auf den Film gefreut …

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