Die Moviejunkies sehen alles! — Naja, fast alles... Während wir auf www.moviejunkies.de über aktuelle Filme schreiben, findet Ihr hier Beiträge, die keine aktuellen Film-Kritiken sind, sondern "etwas nebenbei". Manchmal juckt es, über etwas zu schreiben, was noch kommen wird. Oder auch über aktuelle News.

Angeschossen zu werden ist klasse. Ein zweites Mal wäre auch okay ... The Losers, 2010

Wo kann man noch in Hamburg ins Kino gehen?

Hamburg ist eine große Stadt. Keine Weltstadt — was sie es immer gerne wäre —, aber immerhin nicht klein. Seit Jahren erleben wir auch in Hamburg das kontinuierliche Kinosterben. Das Grindel: ist Geschichte. Der noch recht frisch renovierte Ufa-Palast am Gänsemarkt: einem Bürogebäude gewichen. Das Savoy am Steindamm musste kurz nach der Generalüberholung schließen und bietet nach einer traurigen Daseinsübergangsphase als Teppichlager derzeit dem Metropolis Asyl. Das Neue Broadway am Hauptbahnhof ist auch nicht mehr. Dann ging es dem Passage in der Mönckebergstraße an den Kragen, doch das konnte gerettet werden. Nun ist das Streit’s dran und muss 2013 die Räume im Streit’s Haus (!) räumen.

Ja, sie werden weniger in Hamburg, die Kinos. Ich weiß noch, früher, da konnte man vor dem Cinemaxx am Dammtor stehen und wenn der gewünschte Film nicht lief oder ausverkauft war, dann wich man eben schnell zum Gänsemarkt aus. Wenn es da auch nichts wurde, schnell rein in den 5er und ab zum Grindel. Solche Freiheiten hat man heutzutage nicht mehr.

Das Fiese ist: Während die Anzahl der Kinos immer weniger wird und man von Jahr zu Jahr mehr eingeschränkt wird, kommt noch die Technik hinzu, die einem den Gang ins Kino erschwert. Das leidige Thema 3D. Es wurde aus der Mottenkiste gezerrt, weil die Filmstudios sich davon noch Mehreinnahmen erhoffen. Denn so ein 3D-Film, den kann man ja nicht mit der aus dem Internet gezogenen Raubkopie erleben. Nein, das „Feeling“ gibt es nur im Kino! Also wird die Technik mit Brachialgewalt durchgeprügelt.

Selbst Leute die mit dem Kino ihr Geld verdienen, sehen keinen Sinn darin:

In ausgewählten Kinos in 2D

Dabei schneidet sich die Industrie damit doch nur ins eigene Fleisch! Heutzutage kommt irgendwie gefühlt jeder Film als 3D-„Erlebnis“ daher. Wenn man das aber nicht mag und lieber den Streifen im guten, alten 2D sehen möchte, dann hat man ein Problem. Man wird genötigt! Man muss den Film in 3D schauen. Oder eben nicht.

Zwar heißt es immer so vollmundig, dieser oder jener Film liefe in 3D sowie „in ausgesuchten Kinos“ auch in 2D — aber wo sind denn bitte, diese ausgesuchten Kinos?

Aktuelles Beispiel Thor. Die Comic-Verfilmung aus dem Hause Marvel um den nordischen Donnergott wurde (natürlich) in 3D gedreht. Schaut man unten aufs Plakat (oder auf die letzten Sekunden im Trailer), sieht man den Hinweis mit den ausgesuchten Kinos:

Gut. Ich möchte Thor in 2D sehen. Wo? Ein Blick auf den Kinofahrplan verrät mir, dass der Film nur in 3D läuft. Ein einziges Kino scheint den Streifen vom Shakespeare-Schauspieler Kenneth Branagh in 2D zu zeigen: das Hansa-Filmstudio. Das was? Das Hansa-Filmstudio. Wo das liegt? Na am Popo von Hamburg, in Bergedorf.

Das sind Eure „ausgesuchten Kinos“? Ne. Dann lieber warten, bis er billig auf DVD herauskommt. Auch schon, um den Filmindustrie nur das Nötigste an Geld in den Rachen zu werfen … Drei Euro für 3D-Zuschlag … *pff*

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