Die Moviejunkies sehen alles! — Naja, fast alles... Während wir auf www.moviejunkies.de über aktuelle Filme schreiben, findet Ihr hier Beiträge, die keine aktuellen Film-Kritiken sind, sondern "etwas nebenbei". Manchmal juckt es, über etwas zu schreiben, was noch kommen wird. Oder auch über aktuelle News.

Wir sind die Leute mit der Armbrust.   Daybreakers, 2009

Steven Soderbergh und Danny Boyle über den heutigen Film

Steven Soderbergh hielt kürzlich vor der San Francisco Film Society einen sehr interessanten Vortrag zum Zustand des heutigen (Hollywood-)Films. Der Regisseur fing erst mit einer allgemeinen Idee dessen an, was uns Filme bedeuten. Er verwies darauf, dass der Mensch Geschichten braucht. Kann ich nur unterschreiben, das ist auch der Grund, den ich immer angebe, warum ich Filme so gerne mag.
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Hausgemachtes Problem Film-Piraterie

Pirates in sepia
Die Filmindustrie sieht überall Piraten (Quelle)

Die Welt ist schwarz-weiß — für manche Menschen; und auch für manchen Industriezweig. So besteht die Welt der Filmindustrie aus zwei Gruppen: die einen gehen brav ins Kino, geben womöglich noch mehr Geld für fucking 3D aus (was pure Abzocke von Seiten der Filmindustrie ist!). Wohingegen die anderen im Dunkeln an ihren Rechnern hocken und illegal Filme herunterladen. Das sind natürlich die Bösen.

Es gab solche Meinungen und Studien schon einige Male, nun hat eine Studie der Universität Minnesota ergeben: die Weltanschauung der Filmindustrie ist nicht richtig. Sie ist schwarz-weiß. Es gibt keinen Einfluss von Film-Piraterie auf die US-Kinokassen. Es gibt allerdings sehr wohl einen Einfluss auf europäische Kinokassen (bzw. nicht-amerikanische). Wie das kommt? Laut der Studie ist die Zeitspanne, die zwischen US-Veröffentlichung eines Films und der Erstausstrahlung des selben Films in einem anderen Land Schuld daran. Wenn die Filmfreunde lange warten müssen, bis sie auch endlich den Film zu Gesicht bekommen, den man in den USA schon längst gesehen hat, dann greifen offenbar viele zum illegalen Download. Je länger der Abstand, desto wahrscheinlicher der illegale Download.

Was somit ein Problem der (US)-Filmindustrie ist. Wenn diese ihre Filme weltweit zeitgleich in die Kinosäle brächte, würden sie im nicht-amerikanischen Bereich auch keine Verluste einfahren. Ertragseinbußen sind somit ein hausgemachtes Problem, eine generelle Verteufelung falsch.

Fünf Gründe nicht ins Kino zu gehen

Okay, das könnte man als Content-Klau bezeichnen, aber ich wollte meine „Two Cents“ zu dieser Klick-Galerie geben. Abgesehen davon muss man bei den Moviejunkies nicht klicken. 😉

Besser Ausstattung zuhause
Als ersten Punkt führen sie auf, dass viele wohl heutzutage in ihren eigenen vier Wänden ein besseres Equipment haben, als man es im Kino vorfindet. Dabei geht es sehr schön gegen 3D. Immer mehr Leute wehren sich gegen die Vergewaltigung der Filmstudios, man müsse Filme in 3D sehen, nur weil sie damit mehr Geld machen. Als „Killer-Argument“ für 3D wurde angeführt, dass das etwas sei, was man im Heimkino nicht bekommt. Blöd, wenn Filme in 2D weitaus besser wirken als ihre viel zu teure 3D-Variante im Kino.
Zeitspanne zwischen Kino und DVD-Veröffentlichung
Dieser Punkt hinkt etwas. Zwar liegt bei uns auch eine immer kürzere Zeitspanne zwischen Kino-Termin und DVD-Release, aber das Argument von Moviefone geht mehr auf das „On-Demand“-Angebot ein. Ich glaube, das steckt hierzulande noch in Kinderschuhen. Wenn überhaupt. Dennoch bleibt: Warum viel Geld im Kino ausgeben, wenn man auch drei Monate warten kann? Dann kann man sich den Film in aller Ruhe, ohne nervige Spacken hinter einem, ohne ekligen Nacho-Geruch, ohne die obligatorische halbe Stunde Werbung vor dem Film ansehen. Und man kann den Film so oft sehen, wie man will. Theoretisch wird der Preis des Films dadurch auch noch mit jedem Ansehen geringer.
Fernsehen
Na schön, der Punkt zieht bei uns überhaupt nicht. Kein Stück. Sie schreiben, dass man nicht mehr ins Kino gehen muss, weil das TV-Angebot immer besser wird. Das gilt nun weiß Gott nicht für den deutschen Markt! Hier kommt immer mehr Schund ins Wohnzimmer, während in den Staaten wohl mit Sendungen auf Privatsendern wie HBO, AMC und FX hochklassige Dramen und Filme auf den heimischen Fernseher gespült werden. Das ist in Deutschland ganz klar nicht der Fall.
Ökonomie
Das Argument hingegen fasst wieder. Gehen wir an einem Sonntag ins Kino, kostet der Spaß 8,20 €. Ist der Film in 3D kommen 3 € hinzu. Habe ich Dussel meine 3D-Brille vergessen, kommt — je nach Kino — noch einmal 1 € dazu. Macht also 12,20 €! Viel zu teuer! Wie schon beim letzten sonntäglichen Kinogang gefragt: Warum ist das auf einem Sonntag, wo weniger Menschen ins Kino gehen, so schweine-teuer? Das kann sich nicht jeder leisten. Nicht derzeit, wo die Märkte alle fröhlich zusammenbrechen, die Leute arbeitslos sind. Da rentiert sich wirklich eher der Kauf der DVD …
Schlechte Filme
Hier bin ich wieder voll dabei. Die Filmstudios sind immer vorsichtiger. Nur keine frischen Ideen ins Kino bringen. Lieber auf alte Pferde setzen: Wir wissen, dass Film X gut lief, also machen wir dazu eine Fortsetzung. Oder ein Prequel, geht auch. Hauptsache ein Film, der an etwas anknüpft, dass die Leute schon kennen. Bloß nicht mutig sein. Schließlich haben wir mit der Schiene a.) schon gut Geld gemacht und b.) das Publikum zu dummen Wiederkäuern erzogen. Die können gar nicht mehr neue Ideen aufnehmen.

Unterm Strich durchaus gute Gründe, den Kinosaal zu meiden. Die Schuld ist bei der Filmindustrie selber zu suchen.

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