Die Moviejunkies sehen alles! — Naja, fast alles... Während wir auf www.moviejunkies.de über aktuelle Filme schreiben, findet Ihr hier Beiträge, die keine aktuellen Film-Kritiken sind, sondern "etwas nebenbei". Manchmal juckt es, über etwas zu schreiben, was noch kommen wird. Oder auch über aktuelle News.

Okay, was soll's? Ich hab 'n paar tausend Songs aus dem Internet runtergeladen. Wer hat das nicht? Wer hat das nicht?   Transformers, 2007

Von der Schwierigkeit eine Filmkopie zu bekommen

Noch ein Gedanke zum großartigen Film Das Fenster zum Hof im (Noch-)Metropolis. Als der erste Schrecken ob der Ansage bezüglich des angedachten Abrisses des Kinos vorüber war, gab es noch eine „Insider“-Info, die bemerkenswert war.

Geht man heutzutage ins Kino und schaut sich einen groß produzierten Film an, einen Blockbuster, dann kommt es durchaus vor, dass so ein Streifen in jedem größeren und auch einigen kleineren Kinos in einer Stadt läuft. In den großen Palästen kann ein und der selbe Film sogar in mehreren Sälen gleichzeitig laufen. Daran hat man sich irgendwie gewöhnt. Der gewünschte Film (sofern das Publikum und die entsprechende PR-Maschinerie vorhanden sind) ist überall und zuhauf. Das hat etwas von Überflussgesellschaft.

Hat man dann das Glück, einen Klassiker auf Großleinwand zu sehen, muss man wahrlich von Glück reden. Bei Das Fenster zum Hof z.B. war es gar nicht so sicher, dass wir den Film hätten genießen können. Es gibt, so hieß es, sage und schreibe gerade eine Kopie des Films im Original und drei mit deutscher Synchronisation in Deutschland. Vier offizielle Kopien auf einer Fläche von etwa 357.000 km2.

Der gute Mann, der uns vor der Vorführung einen Einblick in die Schwierigkeiten eines Kinobetreibers gewährte, fuhr fort, dass diese Kopien im Laufe der Jahre (Das Fenster zum Hof ist von 1954) arg mies behandelt wurden, so auch die verbliebenen Kopien in Deutschland. Da stelle ich mir fettige Finger auf Zelluloid vor, Kratzer vom Schleifen auf dem Fußboden, Knicke und ausgeblichene Farben. Eigentlich, so meinte er weiter, wollte er uns das gar nicht antun. Zum Glück hat sich ein Sammler bereiterklärt gehabt, seine Kopie ans Metropolis auszuleihen. Der Sammler war zwar der Meinung, seine Kopie hätte nicht die besten Farben, das sah die Filmvorführerin jedoch nicht so und gab ihr Okay.

Es gab eine Zeit, da wurden solche Filme öfter im Fernsehen gezeigt. Knackige Farben, saubere Schnitte zwischen den Filmrollen. Heutzutage laufen die Klassiker immer seltener im Fernsehen. Zum Glück gibt es DVD und Blu-ray. Das ist jedoch alles auf einem Bildschirm, nicht auf einer Kinoleinwand. Im Kino wirken die Filme einfach anders, beeindruckender.

Aber, wie beschrieben, ist das gar nicht so leicht, eine Kopie auf Zelluloid zu organisieren. Und das in unserer Überflussgesellschaft —, die es auch im Kino gibt.

Savoy gerettet, Probleme fürs Metropolis

Metropolis Kino in HamburgEs sollte ein entspannter Abend im Metropolis werden. Im Rahmen der Aktion Ahoi Savoy wurde Alfred Hitchcocks Das Fenster zum Hof aufgeführt. Nach unserer überraschend faszinierenden Erfahrung mit Das Pendel des Todes, nun also James Stewart und die bildhübsche Grace Kelly auf Großleinwand. Man kennt solche Filme aus dem Fernsehen, aber im Kino wirken sie ganz anders. Gewaltiger. Beeindruckender. Besser.

Der Saal wurde natürlich nicht voll, aber das Kino war gut besucht. Der Altersdurchschnitt war eher höher.

Vor dem Film gab es noch von einem Metropolis-Mitarbeiter (dem Chef?) eine kleine Durchsage. Solche persönlichen Gespräche und Informationen sind etwas, das den Gang in so ein kleines Kino so bemerkens- und liebenswert machen. Er fing an und ein kaltes Grauen machte sich im Nacken breit.Movie Carol (2015)

Da war die Rede von „vorletzter Vorstellung“ (danach sollte noch der Film Hellzapoppin gezeigt werden). Doch der Vorhang sollte noch weiterhin gelüftet werden. Wie es scheint — ist an mir vorbeigegangen —, sollte das Metropolis, das zum 2. September in den Neubau an der Dammtorstraße ziehen sollte, dem früheren Kino Savoy weichen. Doch dieses sollte wiederum noch vor dem erneuten Öffnen schon vor dem Aus stehen. Das Metropolis/Savoy sollte abgerissen werden. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Gentrifizierung St. Georgs. Dem Beschluss, dass das Savoy überraschend 350.000 Euro Unterstützung von der Stadt Hamburg erhält, ist es zu verdanken, dass das Savoy zunächst bis 2014 erhalten bleibt.

Somit ist am heutigen 30. Juni die Silberleinwand nicht zum letzten Mal angestrahlt worden.

Probleme fürs Metropolis

Eintrittskarte für das Metropolis-Kino HamburgUnd das Metropolis? Es sollte zum 2. September in den (hässlichen) Neubau im Metropolishaus an der Dammtorstraße ziehen. Durch den Starkregen am 8. Juni, der diverse Hamburger Keller und auch die Europapassage überflutet hat, verzögern sich die Bauarbeiten nun um ein bis zwei Monate. Die Baustelle war ebenfalls von den Wassermassen heimgesucht worden.

Dann erfuhren wir, dass das Metropolis noch mit einem weiteren, schweren Schicksalsschlag gebeutelt wurde. Bei dem Regen ist auch das Archiv des Kinos etwa zehn Zentimeter unter Wasser gesetzt worden. Zum Schadensumfang ließ er in der Ansage nichts verlauten. Dennoch ein herber Tritt in die Magengegend eines Kinobetreibers.

Steindamm keine Ausweichmöglichkeit

Mit der finanziellen Rettung des Savoys im Steindamm, ist übrigens meine Spekulation das Streit’s betreffend zunichte gemacht worden. Ich dachte ja eigentlich, das Metropolis würde, wie geplant, ins Metropolishaus zurückziehen und das Streit’s vom Jungfernstieg an den Steindamm wandern. Das Streit’s steht schließlich zum 31. März 2013 vor der Frage, wo es hin soll, sind die Mieten für den Saal im Streit’s-Haus (!) zu hoch. Man kann nur hoffen, dass auch hier die Stadt ein Herz für Kultur hat

Wie Thor hätte enden sollen

Enttäuscht von Thor – besonders vom Ende? Wenn Chris Hemsworth so eine Pussi ist und Natalie Portman einfach stehen lässt. Jaja, „Ick kann dir hören, wa!?“. Schwachsinn. Das ist Natalie! Also, eigentlich hätte der Film so enden müssen.

Mal schauen, ob das auf der DVD landet …

Supermans neue Kleider

Der Comic-Verlag DC will im September alle Serien zurücksetzen und mit #1 relaunchen. Darüber kann man sich wundern oder freuen – je nachdem wie man mag. Was mich wundert: Mit dem Relaunch bekommt die Superman-Familie (also auch Supergirl und Superboy) neue Kleider. Sups verliert seine rote Unterhose über dem blauen Strampler, erhält einen neuen Gürtel und auch neue Stiefel. Im Grunde nur kleine Modifikationen eines ikonischen Kostüms.

Die Frage ist nun die, wird sich das auch schon auf den Superman-Film mit Henry Cavill als Kryptonier auswirken? Wenn ja, kann es vielleicht sein, dass DC gar seine Comics der Filmindustrie anpasst? Also: „Wir wollen auch mit Filmen mehr Geld machen, so wie schon die Kollegen von Marvel, also motzen wir unsere Figuren auf. Die Comics müssen sich dann dem Design der Filme anpassen.“? Seltsame Praktik, dürfte sie doch so manchen eingefleischten Comic-Leser vergrätzen und vertreiben.

Sehen wir dann auch im Comic Hal Jordan, aka Green Lantern, mit grün angepinselten Füßen (anstelle von Stiefeln) das Böse bekämpfen? DC, das könnte alles nach hinten losgehen …

Gewalt ist lustig

Von Zeit zu Zeit fällt es auf, doch vergisst man es wieder schnell. Vielleicht, weil man es vergessen möchte. Bloß nicht damit beschäftigen. Die Rede ist von der Gewalt im Film.

Als wir jüngst Wer ist Hanna? im Kino sahen, da war sie wieder, die Erkenntnis, dass die Menschen Gewalt lieben. Auf eine gewisse Art und Weise. Zugegeben, als Saoirse Ronan, die eine 14-Jährige spielt, das erste Mal „loslegt“ und in der geheimen CIA-Anlage anfängt die Wachen auszuschalten, das hat was. Das packte auch mich. Hier kommt wohl noch hinzu, dass man es schlicht von einem jungen Mädchen nicht erwartet, dass sie so eine Gewalt an den Tag legt. Ähnliches war übrigens auch bei Kick-Ass zu beobachten.

Wenn die Helden anfangen auf brutale Art und Weise Gegner auszuschalten, da fängt das Kino in der Regel immer an loszugröhlen, zu lachen, zu klatschen. Wobei es wohl auch eine Generationsfrage ist. Als wir in True Grit saßen, waren wir mit Publikum eines recht hohen Alters im Kino. Die waren nicht wirklich bei dem Thema Gewalt amüsiert. Dabei war das, was man in der Verfilmung des Buches von Charles Portis sieht, noch nicht einmal ansatzweise von der Qualität, wie sie in den beiden oben genannten Filmen zu sehen ist. Dennoch: das ältere Publikum fand’s nicht so toll.

Zurück zu Wer ist Hanna?. Als wir aus dem Film herauskamen, sprach ich das Thema mal an. Wieso sind die Leute alle so scharf auf Gewalt? Die Antwort, die ich bekam, war eine Vermutung. Demnach ist die „Freude an der Gewalt“ eine Kompensation für den nicht mehr vorhandenen Adrenalin-Kick unserer Vorfahren. Die mussten jeden Tag ums Überleben kämpfen, auf Jagd gehen, sich gegen Tier und Gegner erwehren. Das war Alltag. Unser Alltag ist dahingegen langweilig, in Bahnen gelenkt. Doch irgendwo schlummert noch das „wilde Erbe“, das bedient werden will. Zumal man weiß, dass man nicht einfach anderen Menschen Gewalt antun kann und darf. Deshalb lacht man eben nur drüber.

Könnte was dran sein. Könnte auch bedeuten, dass manche Zeitgenossen diesen Drang mehr in sich verspüren als andere und deswegen loslaufen, um auf Bahnsteigen Leute beinahe zu Tode zu treten. Könnte auch sein, dass die ältere Generation, gerade die Menschen, die noch etwas von der Nachkriegszeit mitbekommen haben, genug Gewalt im Leben hatten und das nicht noch im Film sehen müssen.

Interessant.

Dokus überall

Produktionsstudios greifen auf Spielzeugfilme zurück, zuvor waren es die Comics. Heutzutage muss jeder Film ein Erfolg sein, deshalb wird auf Altbewährtes gesetzt. Die ewigen Neuverfilmungen von einst erfolgreichen Filmen sind auch ein Zeichen für „Wir können uns keine Experimente erlauben, deshalb greifen wir auf Filme zurück, die schon mal Geld gemacht haben.“ Ebenso die dritten, vierten und noch höheren Fortsetzungen einer Geschichte.

Das ist die eine Seite der Medaille. Klar, es gibt noch neue Geschichten neben dem Recycle-Müll. Als echter Moviejunkie schaut man selbstredend regelmäßig auf der Seite der Trailer von Apple nach, was denn da so demnächst in die dunklen Säle kommt. Schöne Anlaufstelle zum Anfixen.

Was seit einiger Zeit auffällt: die Anzahl der Dokumentationen hat zugenommen. Fand man früher alle Jubeljahre mal eine Dokumentation, gehören sie mittlerweile zum Standardrepertoire der Trailer-Seite.

Aktuell zähle ich elf Dokumentation von 60 angeteasten Filmen. Beinahe 19% der angebotenen Filme sind somit Dokus. Ist die Filmindustrie auf dem Qualitätstripp? Wird jetzt dokumentiert und aufgeklärt was das Zeug hält? Wohl eher nicht. Vermutlich sind das Abschreibungsobjekte. Doch wer weiß?

Nun ist es unfair das zu behaupten, weil die Applesche Trailerseite nun einmal amerikanisch ist, aber es fällt auf, dass es „amerikanische Themen“ sind, die behandelt werden: Pferdepsychologen, Gospel, Soul, Late Night Show-Moderatoren oder eine große Zeitung aus New York. Wenn die Filme zum Abschreiben sind, macht man bestimmt noch ein bisschen Geld damit. Immerhin sind es Themen aus Amerika, für Amerikaner. Wahrscheinlich lässt sich auch mit dem einen oder anderen Soundtrack noch Geld machen.

In Deutschland gibt es auch Dokus, z.B. Bad Boy Kummer, White Box, Auf Teufel komm raus, Utopia Ltd., 9 Leben, Die Stämme von Köln oder Wadans Welt (um aktuelle, deutsche Dokus zu nennen — Und: WOW, sind das viele!). Das sind hierzulande doch eher Doku-Themen, die „trockener“ daherkommen. Herablassend könnte man sagen, dass bei deutschen Dokumentationsfilmen noch mehr „Aufklärung“ dahintersteckt … Hartz IV anstatt Cowboy-Romantik, jugendliche Ausreißer anstatt lustigen Gospel.

Egal. Wo kommt auf einmal diese Doku-Flut her?

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