Ray Harryhausen gestorben
Zugegeben: Allmählich komme ich in das Alter, in dem ich über meine Lenze jammere. Doch das Alter hat auch seine guten Seiten! Ich bin in der glücklichen Lage mit den Monstern von Ray Harryhausen groß geworden zu sein.
Als kleiner Junge gab es die berühmten „Sonntagsnachmittagsfilme“ bei meinen Eltern. Das war eine Zeit, in der es nicht ein Überangebot an schlechtem Fernsehen gab. Wir hatten nur drei Sender. Und am Sonntag liefen eben auch „alte Klassiker“. Darunter die Filme, bei denen Ray Harryhausen mitgewirkt hat. Ich erinnere mich an Sindbads siebte Reise oder den berühmten Schwertkampf mit Skeletten in Jason und die Argonauten. Großartig! Kleine Figuren mit Drahtgestellinnenleben wurden durch Stop-Motion-Animation zum Leben erweckt. Im Beispiel von Jason und die Argonauten schufen Harryhausen und seine Leute ein Wunderwerk. Nicht irgendein großes – und plumpes – Monster watschelte über die Leinwand. Die Skelette kämpften mit den Menschen, sehr schnell und flüssig. Da saß jeder Schwerthieb. Der absolute Wahnsinn.
Harryhausens Monster waren unglaublich. Er schuf etwas ganz, ganz wichtiges für den Film: Wesen, die es nicht geben konnte, bewegten sich über die Silberleinwand. Harryhausen wusste das Publikum zu verzaubern. Der große Tüftler und Visionär ist 92-jährig von uns gegangen. Ich bedanke mich für die tollen Wesen, die er schuf und die wiederum andere zauberhafte Gestalten in anderen Filmen zum Leben erwecken sollten. Seine Technik war lange gefragt.
Der letzte Film, an dem er als Monster-Bändiger mitwirkte war Kampf der Titanen aus dem Jahre 1981. Aber auch darüber hinaus hatten seine Leute noch zu tun. Nur als kleine Anekdote für die, die es nicht wussten: Als Steven Spielberg Anfang der 1990er Jurassic Park umsetzen wollte, setzte er zunächst auf Stop-Motion. Bis ihm ILM den Vorschlag machte, die prähistorischen Brocken mit Computern umzusetzen. Optisch konnten die Mini-Dinosaurier nicht mit den Pixel-Monstern Schritt halten. Aber die Computeranimateure wussten zwar, wie man eine Textur anlegt, doch einen flüssigen Bewegungsablauf, den hatten sie nicht drauf. Dafür wurden dann Harryhausens Erben wieder eingestellt, um dem Nachwuchs zu zeigen, wie man Urzeitmonster richtig bewegt.
Also noch einmal: Danke an Ray Harryhausen für seine Pionierarbeit und die tollen Filmstunden, die ich als kleiner Junge seinetwegen hatte.
Trailer zu Tim Buttons (zweitem) Frankenweenie
Tim Burton ist bekannt für seine skurrilen Welten. Das hat er in diversen Filmen bewiesen, u.a. in Frankenweenie. Und nun auch in Frankenweenie. Hö? 1984 drehte Burton die Geschichte von dem kleinen Jungen, der seinen geliebten Hund verloren hat und ihn in bester Dr. Frankenstein-Manier wieder zum Leben erweckt. Menschen bekommen Angst vor dem Untier, jagen es – ganz wie in der Vorlage Frankenstein.
Warum Burton nun seine Geschichte noch einmal erzählt — diesmal als Stop-Motion-Film mit Figuren à la Corpse Bride — bleibt mir ein Rätsel. Der Film wird weiterhin eine Kurzgeschichte sein, viel Neues wird vermutlich nicht drin sein. Mit der Ausnahme, dass man mit Puppen natürlich noch fantastischere Dinge zeigen kann. Aber warum? Wo soll man so einen Film zeigen? Macht er das zum Spaß?
Vermutlich wird der neue Frankenweenie als Vorfilm zu Dark Shadows laufen, bei dem Burton ebenfalls Regie führt.
Da Frankenweenie diesmal von Disney kommt, muss der natürlich (!) in fucking 3D sein. 🙁