Die Moviejunkies sehen alles! — Naja, fast alles... Während wir auf www.moviejunkies.de über aktuelle Filme schreiben, findet Ihr hier Beiträge, die keine aktuellen Film-Kritiken sind, sondern "etwas nebenbei". Manchmal juckt es, über etwas zu schreiben, was noch kommen wird. Oder auch über aktuelle News.

When do you talk to yourself, do you stammer?   The King's Speech, 2010

Wie Thor hätte enden sollen

Enttäuscht von Thor – besonders vom Ende? Wenn Chris Hemsworth so eine Pussi ist und Natalie Portman einfach stehen lässt. Jaja, „Ick kann dir hören, wa!?“. Schwachsinn. Das ist Natalie! Also, eigentlich hätte der Film so enden müssen.

Mal schauen, ob das auf der DVD landet …

Supermans neue Kleider

Der Comic-Verlag DC will im September alle Serien zurücksetzen und mit #1 relaunchen. Darüber kann man sich wundern oder freuen – je nachdem wie man mag. Was mich wundert: Mit dem Relaunch bekommt die Superman-Familie (also auch Supergirl und Superboy) neue Kleider. Sups verliert seine rote Unterhose über dem blauen Strampler, erhält einen neuen Gürtel und auch neue Stiefel. Im Grunde nur kleine Modifikationen eines ikonischen Kostüms.

Die Frage ist nun die, wird sich das auch schon auf den Superman-Film mit Henry Cavill als Kryptonier auswirken? Wenn ja, kann es vielleicht sein, dass DC gar seine Comics der Filmindustrie anpasst? Also: „Wir wollen auch mit Filmen mehr Geld machen, so wie schon die Kollegen von Marvel, also motzen wir unsere Figuren auf. Die Comics müssen sich dann dem Design der Filme anpassen.“? Seltsame Praktik, dürfte sie doch so manchen eingefleischten Comic-Leser vergrätzen und vertreiben.

Sehen wir dann auch im Comic Hal Jordan, aka Green Lantern, mit grün angepinselten Füßen (anstelle von Stiefeln) das Böse bekämpfen? DC, das könnte alles nach hinten losgehen …

Archetype

Okay, ich gebe zu, von Aaron Sims habe ich zuvor noch nie etwas gehört gehabt. Aber gesehen habe ich sehr wohl Sachen von ihm. Sims ist der Concept Artist hinter sehr vielen bekannten und großen Filmen, wie z.B. der noch im Dreh befindliche The Amazing Spider-Man, Rise of the Planet of the Apes, Kampf der Titanen, Big Fish und noch diverse mehr. Und was macht so ein Künstler, wenn er vor Kreativität strotzt? Er macht einen Kurzfilm. Archetype handelt von einem Kampfroboter, der feststellt, dass er einst menschlich war:

RL7 is an eight foot tall combat robot. Only problem is he’s starting to remember once being human. Now on the run from an all powerful corporation that will stop at nothing to destroy him, RL7 desperately searches for the truth behind his mysterious memories before it’s too late.

Der Pathologe aus CSI:NYY, Robert Joy, spielt mit. Ebenso David Anders und Elle Newlands.

Schaut aus wie ein ausgebrochenes Computerspiel.

Don’t Be Afraid of the Dark

Ich lese Guillermo del Toro und schon bin ich vorgewarnt. Der Meister des Fantastischen (also der derzeitige Meister) sitzt zwar nicht auf dem Regiestuhl, hat aber den Film Don’t Be Afraid of the Dark produziert und ihm wohl somit auch seinen Stempel aufgedrückt. Regie führt Troy Nixey, der damit in seinem ersten abendfüllenden Streifen die Befehle gibt. Der mexikanisch del Toro hat die Geschichte mitgeschrieben.

Das basiert alles auf einem wohl nicht so dollen TV-Film von 1973. Nixey und del Toro haben im Grunde eine „handelsübliche“ Gruselgeschichte genommen und mit den heutzutage zur Verfügung stehenden Mitteln ein vermutlich echt gruseliges Stück hingelegt.

Nichts gegen Guy Pearce, der den Vater der Hauptperson, nämlich seiner Tochter Bailee Madison, spielt. Aber musste man wirklich Katie Holmes mit ins Boot holen? Alleine ihre Anwesenheit lässt einem schon einen kalten Schauer über den Rücken laufen …

Gewalt ist lustig

Von Zeit zu Zeit fällt es auf, doch vergisst man es wieder schnell. Vielleicht, weil man es vergessen möchte. Bloß nicht damit beschäftigen. Die Rede ist von der Gewalt im Film.

Als wir jüngst Wer ist Hanna? im Kino sahen, da war sie wieder, die Erkenntnis, dass die Menschen Gewalt lieben. Auf eine gewisse Art und Weise. Zugegeben, als Saoirse Ronan, die eine 14-Jährige spielt, das erste Mal „loslegt“ und in der geheimen CIA-Anlage anfängt die Wachen auszuschalten, das hat was. Das packte auch mich. Hier kommt wohl noch hinzu, dass man es schlicht von einem jungen Mädchen nicht erwartet, dass sie so eine Gewalt an den Tag legt. Ähnliches war übrigens auch bei Kick-Ass zu beobachten.

Wenn die Helden anfangen auf brutale Art und Weise Gegner auszuschalten, da fängt das Kino in der Regel immer an loszugröhlen, zu lachen, zu klatschen. Wobei es wohl auch eine Generationsfrage ist. Als wir in True Grit saßen, waren wir mit Publikum eines recht hohen Alters im Kino. Die waren nicht wirklich bei dem Thema Gewalt amüsiert. Dabei war das, was man in der Verfilmung des Buches von Charles Portis sieht, noch nicht einmal ansatzweise von der Qualität, wie sie in den beiden oben genannten Filmen zu sehen ist. Dennoch: das ältere Publikum fand’s nicht so toll.

Zurück zu Wer ist Hanna?. Als wir aus dem Film herauskamen, sprach ich das Thema mal an. Wieso sind die Leute alle so scharf auf Gewalt? Die Antwort, die ich bekam, war eine Vermutung. Demnach ist die „Freude an der Gewalt“ eine Kompensation für den nicht mehr vorhandenen Adrenalin-Kick unserer Vorfahren. Die mussten jeden Tag ums Überleben kämpfen, auf Jagd gehen, sich gegen Tier und Gegner erwehren. Das war Alltag. Unser Alltag ist dahingegen langweilig, in Bahnen gelenkt. Doch irgendwo schlummert noch das „wilde Erbe“, das bedient werden will. Zumal man weiß, dass man nicht einfach anderen Menschen Gewalt antun kann und darf. Deshalb lacht man eben nur drüber.

Könnte was dran sein. Könnte auch bedeuten, dass manche Zeitgenossen diesen Drang mehr in sich verspüren als andere und deswegen loslaufen, um auf Bahnsteigen Leute beinahe zu Tode zu treten. Könnte auch sein, dass die ältere Generation, gerade die Menschen, die noch etwas von der Nachkriegszeit mitbekommen haben, genug Gewalt im Leben hatten und das nicht noch im Film sehen müssen.

Interessant.

Dokus überall

Produktionsstudios greifen auf Spielzeugfilme zurück, zuvor waren es die Comics. Heutzutage muss jeder Film ein Erfolg sein, deshalb wird auf Altbewährtes gesetzt. Die ewigen Neuverfilmungen von einst erfolgreichen Filmen sind auch ein Zeichen für „Wir können uns keine Experimente erlauben, deshalb greifen wir auf Filme zurück, die schon mal Geld gemacht haben.“ Ebenso die dritten, vierten und noch höheren Fortsetzungen einer Geschichte.

Das ist die eine Seite der Medaille. Klar, es gibt noch neue Geschichten neben dem Recycle-Müll. Als echter Moviejunkie schaut man selbstredend regelmäßig auf der Seite der Trailer von Apple nach, was denn da so demnächst in die dunklen Säle kommt. Schöne Anlaufstelle zum Anfixen.

Was seit einiger Zeit auffällt: die Anzahl der Dokumentationen hat zugenommen. Fand man früher alle Jubeljahre mal eine Dokumentation, gehören sie mittlerweile zum Standardrepertoire der Trailer-Seite.

Aktuell zähle ich elf Dokumentation von 60 angeteasten Filmen. Beinahe 19% der angebotenen Filme sind somit Dokus. Ist die Filmindustrie auf dem Qualitätstripp? Wird jetzt dokumentiert und aufgeklärt was das Zeug hält? Wohl eher nicht. Vermutlich sind das Abschreibungsobjekte. Doch wer weiß?

Nun ist es unfair das zu behaupten, weil die Applesche Trailerseite nun einmal amerikanisch ist, aber es fällt auf, dass es „amerikanische Themen“ sind, die behandelt werden: Pferdepsychologen, Gospel, Soul, Late Night Show-Moderatoren oder eine große Zeitung aus New York. Wenn die Filme zum Abschreiben sind, macht man bestimmt noch ein bisschen Geld damit. Immerhin sind es Themen aus Amerika, für Amerikaner. Wahrscheinlich lässt sich auch mit dem einen oder anderen Soundtrack noch Geld machen.

In Deutschland gibt es auch Dokus, z.B. Bad Boy Kummer, White Box, Auf Teufel komm raus, Utopia Ltd., 9 Leben, Die Stämme von Köln oder Wadans Welt (um aktuelle, deutsche Dokus zu nennen — Und: WOW, sind das viele!). Das sind hierzulande doch eher Doku-Themen, die „trockener“ daherkommen. Herablassend könnte man sagen, dass bei deutschen Dokumentationsfilmen noch mehr „Aufklärung“ dahintersteckt … Hartz IV anstatt Cowboy-Romantik, jugendliche Ausreißer anstatt lustigen Gospel.

Egal. Wo kommt auf einmal diese Doku-Flut her?

hoch